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Sep 28

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In der Theaterfamilie geht es immer lustig zu

Pressebericht der Mainpost vom 28.09.2010 zum 25jährigen Bühnenjubiläum: Autor: Thomas Hälker

Mitte der 80er Jahre wurde das Theaterspielen in Großeibstadt wiederbelebt. Bis heute kamen ca. 35 000 Zuschauer.

„Schuld an allem“ ist eigentlich der ehemalige Bürgermeister Karl Lurz. Der war nämlich einst auf die Idee gekommen, das Theaterspielen in Großeibstadt wieder aufleben zu lassen und hatte den damaligen Hüttenclub Weihershöh so lange motiviert, bis sie zum Jahreswechsel 1984/1985 das erste Stück mit dem Titel „Die silberne Haarnadel“ unter großer Begeisterung der Zuschauer aufführten. Ganz ungeübt waren die Mädchen und Jungs des Hüttenclubs beim Texten freilich nicht. Die Gruppe war regelmäßig damit beschäftigt, Kirmespredigten zu dichten und vorzutragen und damit das Dorfgeschehen auf humorvolle Art und Weise auf den Arm zu nehmen. Es sprach also nichts dagegen, die Idee des Bürgermeisters aufzugreifen und sich dem Theater zu verschreiben. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war bis in die 60er Jahre hinein noch Theater in der Ortschaft gespielt worden, was dann aber eingeschlafen war.

Anfangs nur zwei Aufführungen

Monatelang wurde für den Neuanfang geprobt und die Aufführungen, damals nur zwei, wurden von der Ortsbevölkerung dann mit Begeisterung angenommen. In den Jahren darauf wurde regelmäßig gespielt, das Zuschauerinteresse stieg von Jahr zu Jahr und das Lampenfieber wich einem Kribbeln im Bauch. Die Aufführungen wurden später in die Zeit Ende Oktober verlegt, da viele Ensemblemitglieder auch im Fasching aktiv waren und das Ganze zeitlich unter einen Hut gebracht werden musste. Heute sind die Aufführungen der Theatergruppe im Gemeindehaus so beliebt, dass mittlerweile neun Abendvorstellungen notwendig sind, um das Zuschauerinteresse befriedigen zu können. Was die Theatergruppe seit Jahren so beliebt macht, ist auch der lockeren Art, die von denn Darstellern ausgeht. Dazu kommt, dass die Hobby-Schauspieler von Anfang an ohne Regisseure ausgekommen sind und seit ihrem Bestehen in fast unveränderter Formation spielen und nur durch Nachwuchsschauspieler ergänzt wurden. Einzig Karl-Heinz Feicht schaute zum Schluss auf das Stück und feilte an den letzten Unebenheiten. „Der Feicht künnt“, war das Alarmzeichen dafür.

Treue zum Ensemble

Der Stamm ist zu einer kleinen Theaterfamilie zusammengewachsen; sie hat auch Mitglieder, die zwischenzeitlich weggezogen sind, die aber dennoch immer noch Zeit fürs Theater finden. Von Anfang an wird von jeweils einer Aufführung das Geld für einen sozialen Zweck eingespielt, so dass in den 25 Jahren umgerechnet knapp 20 000 Euro zusammen kamen. Mehr als 35 000 Zuschauer haben die Großeibstädter Akteure bislang bei ihren Aufführungen gesehen. Gespielt wurden immer lustige Dreiakter, die von den unterschiedlichsten Autoren stammten und die akribisch ausgesucht wurden, schließlich muss nicht nur der Text passen, sondern auch die Charaktere zu den Schauspielern. Bis jetzt hat man immer ins Schwarze getroffen und eine glückliche Hand bei der Auswahl der Stücke gehabt. Was das Theater einzigartig macht, ist die Großeibstädter Mundart in der die Stücke vorgetragen werden. Umgeschrieben kommen die Texte erst zur Geltung, damit die Schauspieler so sprechen können, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Dass Gags und Pointen immer ankommen, versteht sich nach 25 Jahren fast von Selbst und ist zum Markenzeichen der Laienschauspieler geworden.

Institution in Großeibstadt

Cornelia Breunig, Fredi Breunig, Rainer Breunig, Andreas Geppert, Jürgen Grüb, Cilli Grümmer, Michaela Hanika, Martin Jäger, Kurt Knobling, Torsten Kutzer, Angelika Memmel, Rolf Memmel, Katrin Müller, Johannes Neugebauer, Martina Rost, Anna Starsetzki, Sigi Starsetzki, Volker Starsetzki, Harald Then, Stefan Wanzura, Birgit Weisensee, Gab Werb, Markus Werb und Margit Zepter zählen zum Team der Großeibstädter Theatergruppe und sorgen seit Jahren als Souffleuse, Bühnenbauer, Kartenverkäufer oder natürlich als Schauspieler für einen reibungslosen Ablauf. Andi Werner und Werner Glückstein zählten ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern und wurden durch Unglücksfälle aus der Theatergruppe gerissen. Mit 23 Aktiven wuchs in 25 Jahren eine kleine Institution in Großeibstadt heran, die aus dem kulturellen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist. In den Anfangszeiten bedienten noch die Eltern der Schauspieler die Gäste und übernahmen die Bewirtung. Heute sind es die Kinder der Schauspieler, die sich um das Drumherum kümmern. Sie sitzen schon in den Startlöchern für die nächsten 25 Jahre der Großeibstädter Theatergruppe.

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